6,5 Millionen deutsche Haushalte planen energetische Sanierung
16 Prozent der deutschen Haushalte planen, innerhalb der nächsten fünf Jahre eine energetische Sanierung durchzuführen. Das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) wirkt sich positiv auf die Investitionsbereitschaft aus.
Unter den 40,9 Millionen Haushalten in Deutschland haben 16 Prozent oder 6,5 Millionen Haushalte konkrete Pläne für energetische Sanierungen innerhalb der kommenden fünf Jahre. 2022 lag der Anteil noch bei 13 Prozent. Unter den Hausbesitzer:innen erhöhte sich der Anteil derjenigen, die Investitionspläne haben, um fünf Prozentpunkte auf nunmehr 30 Prozent. Bei den Wohnungseigentümer:innen stieg er sogar um acht Prozent im Vorjahr auf aktuell 20 Prozent. Ursächlich für diese Entwicklung sind unter anderem das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG), die damit einhergehenden Förderungen und die abnehmende Inflationsrate. Zu diesen Ergebnissen kommt die Sirius Campus Marktuntersuchung „Monitor zur Klimawende 2023“.
Anregung der Investitionsbereitschaft durch persönliche Kommunikation
Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass die Investitionsbereitschaft von Eigenheimbesitzer:innen vor allem durch die direkte Ansprache und Beratung von Fachbetrieben, Energieberater:innen, Versorgern und Schornsteinfeger:innen erhöht wird.
Die Debatte um das neue GEG haben laut Sirius Campus 46 Prozent aller Haushalte verfolgt. 28 Prozent der Befragten sehen die Neufassung des Gesetzes hinsichtlich der Umsetzbarkeit energetischer Sanierungsmaßnahmen als positiv und richtungsweisend. Etwa der gleiche Anteil fühlt sich durch die staatlichen Förderungen motiviert, die Möglichkeit einer Sanierung der eigenen Immobilie zu überprüfen. Dr. Oliver Gaedeke, Geschäftsführer von Sirius Campus, äußert sich zum Einfluss des Gebäudeenergiegesetzes positiv:
„Die gemeinhin als schädlich bezeichnete öffentliche Kontroverse um das sogenannte Heizungsgesetz hat sich tatsächlich als Auslöser für Gedanken um den eigenen Beitrag zum Klimaschutz entpuppt. Aber es muss auch gesagt werden, dass weniger technik- und innovationsorientierte Haushalte durch die teilweise großen Veränderungen im Eigenheim überfordert sind. Hier wird die Beratungspflicht beim Heizungsaustausch helfen, durch eine anschauliche Darstellung unterschiedlicher Heizsysteme Vertrauen aufzubauen.“
Jüngere glauben eher an erfolgreiche Energiewende
Laut Umfrageergebnis glauben etwa 47 Prozent aller Befragten an eine Durchsetzung der erneuerbaren Energien bis 2045. Deutlich positiver sieht es in der Altersgruppe bis 29 Jahre aus: hier glauben 66 Prozent, dass Strom und Wärme bis 2045 zu 90 Prozent aus erneuerbaren Energien gewonnen werden. Noch deutlicher wird der Unterschied beim Thema Wärmepumpe – ein System, das aktuell 85 Prozent derer, die einen Heizungstausch planen, in Betracht ziehen. 59 Prozent der Umfrageteilnehmer:innen sind davon überzeugt, dass sie durch die frühzeitige Installation einer Wärmepumpe langfristig Geld sparen. Die Befragten bis 29 Jahre glauben zu 90 Prozent daran.
Deutlich wird durch die Umfrage aber auch: 68 Prozent aller Befragten machen sich Sorgen um finanzielle Belastungen, die wegen des neuen Gebäudeenergiegesetzes auf sie zukommen.
Zur Methodik
Für die Sirius Campus Marktuntersuchung „Monitor zur Klimawende 2023“ wurden 2.028 Interviews im Zeitraum vom 11. bis 29. September 2023 geführt. Teil der repräsentativen Haushaltsstichprobe waren Wohneigentümer:innen, private Vermieter:innen und Mieter:innen. Abgefragte Pläne zu energetischen Sanierungsmaßnahmen bezogen sich auf Maßnahmen zur Wärmedämmung, zu effizienteren Heizungsanlagen sowie zur effizienteren Warmwasseraufbereitung, Stromgewinnung und -einsparung.