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Studie 2026

Ostdeutschland führt mit den meisten Handwerksbetrieben – Stadtstaaten deutlich abgeschlagen

Darstellung von vier verschiedenen Handwerkern während ihrer Tätigkeit.

Aroundhome analysiert die Verfügbarkeit von Handwerksbetrieben in Deutschland basierend auf Destatis-Daten sowie 500 Kontaktanfragen in den größten Städten.

Kurzfazit: Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

Ostdeutsche Bundesländer weisen die höchste Dichte an Handwerksbetrieben in Deutschland auf, während Stadtstaaten deutlich unter dem Durchschnitt liegen.

  • Brandenburg erreicht 53,72 Betriebe je 10.000 Einwohner und liegt damit an der Spitze

  • Bremen bildet mit 20,37 Betrieben je 10.000 Einwohner das Schlusslicht

  • Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 38,40 Betrieben je 10.000 Einwohner

  • Wartezeiten reichen je nach Gewerk von wenigen Tagen bis zu mindestens zehn Wochen

Die Ergebnisse zeigen deutliche regionale Unterschiede beim Zugang zu Handwerksleistungen. Dadurch entstehen vor allem in Ballungsräumen zum Teil lange Wartezeiten.

Regionale Unterschiede: Osten deutlich vor West und Stadtstaaten

Ostdeutsche Bundesländer führen das Ranking der Handwerksbetriebsdichte deutlich an.

  • Brandenburg: 53,72 Betriebe je 10.000 Einwohner

  • Thüringen: 50,77 Betriebe je 10.000 Einwohner

  • Sachsen: 50,03 Betriebe je 10.000 Einwohner

Damit liegt die Dichte in diesen Regionen mehr als doppelt so hoch wie in den Stadtstaaten.

Am unteren Ende:

  • Bremen: 20,37 je 10.000 Einwohner

  • Hamburg: 22,15 je 10.000 Einwohner

  • Berlin: 23,75 je 10.000 Einwohner

Die Verfügbarkeit von Handwerksbetrieben ist stark vom Wohnort abhängig und in urbanen Regionen deutlich geringer.

Verfügbarkeit von Handwerkerbetrieben in Deutschland nach Bundesländern

Bundesweiter Durchschnitt und Mittelfeld

Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 38,4 Betrieben je 10.000 Einwohner.

Überdurchschnittlich:

  • Mecklenburg-Vorpommern: 46,16 je 10.000 Einwohner

  • Bayern: 43,29 je 10.000 Einwohner

Leicht unterdurchschnittlich:

  • Baden-Württemberg: 37,14 je 10.000 Einwohner

  • Hessen: 37,13 je 10.000 Einwohner

Selbst wirtschaftsstarke Bundesländer liegen damit teilweise unter dem Durchschnitt der Handwerksversorgung.

Große vs. spezialisierte Gewerke

Klassische Gewerke dominieren den Markt:

  • Elektrotechniker und Installateure stellen die größten Gruppen

  • Allein in Bayern: 8.693 Elektrobetriebe sowie 7.470 Installations- und Heizungsbetriebe

  • In Nordrhein-Westfalen: 8.229 Elektrobetriebe sowie 8.305 Installations- und Heizungsbetriebe

Spezialisierte Gewerke sind selten:

  • Glasbläser oder Ofenbauer liegen oft nur im zweistelligen Bereich

Die Marktstruktur wird von wenigen großen Gewerken geprägt, während spezialisierte Leistungen regional seltener verfügbar sind.

Extreme Unterschiede innerhalb einzelner Gewerke

Die Spannweite innerhalb einzelner Gewerke ist besonders hoch.

Beispiele:

  • Dachdecker: 3,8 (Hamburg) vs. über 30 (Sachsen) je 100.000 Einwohner

  • Zimmerer: 2,8 (Berlin) vs. 30,2 (Schleswig-Holstein) je 100.000 Einwohner

  • Maurer und Betonbauer: 27,2 (Baden-Württemberg) vs. 65,2 (Brandenburg) je 100.000 Einwohner

  • Installateuren und Heizungsbauern: 30,8 (Bremen) vs. über 74,2 (Brandenburg) je 100.000 Einwohner

  • Malern und Lackierern: 22,9 (Berlin) vs. 47,0 (Mecklenburg-Vorpommern)  je 100.000 Einwohner

Je nach Gewerk kann sich die Verfügbarkeit regional um mehr als das Zehnfache unterscheiden.

Rücklaufquoten: Nicht jede Anfrage führt zum Angebot

Die Analyse von 500 Anfragen zeigt deutliche Unterschiede:

  • Fensterbauer: 76 % Rücklaufquote

  • Heizungsbauer: 57 % Rücklaufquote

  • Solartechniker: 56 % Rücklaufquote

  • Trockenbauer: 54 % Rücklaufquote

  • Dachdecker: 37 % Rücklaufquote

Ein signifikanter Teil der Anfragen bleibt unbeantwortet, besonders in stark nachgefragten Gewerken.

Wartezeiten: Von Tagen bis zu mehreren Wochen

Die Zeiten von einer ersten Besichtigung durch die Fachfirma bis zur tatsächlichen Umsetzung des Projekts variieren stark:

  • Erste Vor-Ort-Besichtigung bei Fensterbauern und Trockenbauern oft innerhalb eines Tages

  • Bei Solartechnikern müssen aktuell 3–4 Wochen Wartezeit für eine erste Besichtigung eingeplant werden

  • Umsetzung von Dacharbeiten: mindestens 6–10 Wochen

Zwischen Anfrage und Umsetzung liegen durchschnittlich häufig mehrere Wochen – unabhängig von der Projektgröße.

Einordnung durch Aroundhome
„Die Ergebnisse zeigen, dass der Zugang zu Handwerksleistungen stark vom Wohnort abhängt. Die Suche nach einer passenden Firma kann damit schnell zur Herausforderung werden. Gerade in Regionen mit geringerer Dichte oder hoher Nachfrage entsteht für Hauseigentümer:innen schnell eine Lücke zwischen theoretischem Angebot und tatsächlicher Verfügbarkeit. Das äußert sich auch in  Wartezeiten, die gewerkeübergreifend meist mehrere Wochen und zum Teil mehrere Monate betragen. Das gilt auch für vergleichsweise kleine Projekte”, sagt Dagmar Faltis, Geschäftsführerin bei Aroundhome. „Genau hier setzen wir mit unserer Plattform an. Unser Ziel ist es, Hauseigentümer:innen schnell und unkompliziert mit Fachfirmen zusammenzubringen, die sich in der Nähe befinden und aktuell Kapazitäten für den speziellen Auftrag haben. Dafür erweitern wir fortlaufend den Kreis unserer Partnerfirmen. Unsere Vision ist es, Wartezeiten flächendeckend zu minimieren und Hausprojekte möglichst schnell erfolgreich über unsere vermittelten Fachfirmen umzusetzen.“

Methodik der Analyse

Die Auswertung der Bundesländer basiert auf Daten der Destatis-Datenbank. Die Analyse umfasst verschiedene Handwerksgewerke, die jeweils einzeln betrachtet und vergleichbar gemacht wurden. Zur besseren Einordnung wurden die Betriebszahlen standardisiert und auf 10.000 und 100.000 Einwohner hochgerechnet. Im Rahmen der Kontaktanfragen wurden jeweils 100 standardisierte Anfragen an Dachdecker, Solartechniker, Heizungstechniker, Fensterbauer sowie Trockenbauer in den zehn größten deutschen Städten verschickt.