Berlin, 29. Mär. 2021

Neue Bundesländer kaufen mehr Solaranlagen

  • Das Interesse an Solaranlagen ist im Osten höher als im Westen. Anschaulich zeigen dies die ermittelten Index-Werte für die neuen Bundesländer (1,24) und für die alten Bundesländer (0,80).
  • Hausbesitzer in Sachsen-Anhalt und Berlin waren letztes Jahr besonders solar-freundlich – die Schlusslichter sind Bremen und erneut Schleswig-Holstein.
  • Das geht aus einer aktuellen Erhebung des Online-Vermittlers für Solaranlagen Aroundhome hervor. Ausgewertet wurden Anfragen von knapp 80.000 Eigentümern von Ein- bzw. Zweifamilienhäusern, die sich 2020 für eine Solaranlage interessierten.

Berlin, 30.03. 2021 – Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland rund 184.000 neue Solarstromanlagen mit einer Leistung von rund 4,9 Gigawatt neu errichtet. Gegenüber 2019 stieg die neu installierte Photovoltaikleistung damit um 27,6 Prozent, teilte der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) mit. Besonders stark zog demnach die Nachfrage bei Eigenheimbesitzern an. Nun hat Aroundhome, Deutschlands größter Anbieter für Dienstleistungen rund ums Eigenheim, seine alljährliche Datenerhebung durchgeführt, die die Stimmung und Unterschiede in der Bundesrepublik zum Thema Solarenergie genau abbildet. Dafür wurden mehr als 80.000 qualifizierte Anfragen aus 2020 ausgewertet.

Erkenntnisse des Aroundhome Solar-Index 2020 im Überblick:

  • Kaufen oder Mieten: Für den Großteil der Interessentinnen ist beides vorstellbar (51 Prozent), aber die Nachfrage nach einer eigenen Solaranlage nimmt zu. Immerhin 45 Prozent der Anfragenden wollten eine Solaranlage kaufen. Nur 4 Prozent wollten lediglich mieten.
  • Innovatives Sachsen: Sachsen bleibt mit Abstand das Bundesland mit dem höchsten Interesse (Index-Wert 1,6). 2019 war das Land mit den damals meisten Sonnenstunden Spitzenreiter (Index-Wert 2019 1,41).
  • Osten versus Westen: Insgesamt ist die Nachfrage in den neuen Bundesländern (Index-Wert: 1,24) stärker als in den alten Bundesländern (Index-Wert: 0,80). Die Nachfrage wird stark von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Berlin getrieben.
  • Technische Fortschritte: Auch wenn die Gesamtanzahl der Anfragen insgesamt abnahm, so stieg die verbaute Leistung doch an. Durch technische Fortschritte konnten neue Anlagen mit einer Gesamtleistung von insgesamt 4,9 GW installiert werden (2019: 3,8 GW). 
  • Spitzenreiter Berlin: Die meisten Anfragen für PV-Anlagen kamen 2020 tatsächlich aus der Bundeshauptstadt. 

Städteranking Anfragen Solaranlagen

Mathias Klement, Chief Product Officer bei Aroundhome und Experte für erneuerbare Energien, schätzt die Zahlen folgendermaßen ein: „Solaranlagen sind vor allem im privaten Bereich jetzt schon ein wichtiger Teil der Energiewende. Die Politik sollte hier weiterhin Anreize schaffen um noch mehr EigentümerInnen vom Kauf einer PV-Anlage und auch einer zugehörigen Heizung zu überzeugen.“

Osten holt stark auf - Marktsättigung in Bayern

Der Solarreport zeigt, dass die Nachfrage in den neuen Bundesländern gegenüber 2019  ungebrochen ist. Der durchschnittliche Index-Wert liegt bei 1,24 für alle neuen Bundesländer zusammen. Ein Grund: Eine Markt-Sättigung in den starken Bundesländern. Ein Abgleich mit den Daten der Bundesnetzagentur zum Stand des Ausbaus von Solaranlagen zeigt, dass bereits 13 Prozent der Ein- und Zweifamilienhäuser in den alten Bundesländern über eine Photovoltaikanlage verfügen. Die neuen Bundesländer kommen lediglich auf eine Abdeckung von 9 Prozent. 

Die Anzahl der in Deutschland installierten Photovoltaikanlagen (bis 10 kWp) beläuft sich aktuell auf 2.318.296. Davon entfielen allein über 600.000 auf Bayern, mit einer Abdeckung von 24 Prozent. Doch der Osten holt auf. Waren es im Verhältnis letztes Jahr (Stand Juli 2020) noch mehr als dreimal so viele, liegen die neuen Bundesländer nun knapp bei der Hälfte. Inzwischen sind in allen neuen Bundesländern zusammen fast 250.000 Photovoltaikanlagen verbaut.

Experte Klement: „Die Nachfrage im Osten ist ungebrochen. Sachsen und Sachsen-Anhalt sind wieder Spitzenreiter. Auch hier dürfte Corona einen Effekt gehabt haben, da gespartes Geld in die Energiewende gesteckt wurde.“ Da der Kauf für private Interessenten oft zu teuer ist, kann gerade in strukturschwachen Regionen das Mieten einer Anlage eine attraktive Alternative sein.

Aroundhome ist relevanter Player im PV-Markt

Im Photovoltaik-Marktsegment unterhalb einer Leistungsgrenze von zehn Kilowattpeak (kWp) wurden im vergangenen Jahr 151.700 PV-Anlagen mit einer PV-Gesamtleistung von 1.131 Megawatt (MW) neu installiert. Anlagen unter der Leistungsgrenze von 10 kWp werden unter PV-Marktsegment “Eigenheim” gruppiert. Damit steigt der Anteil des Eigenheimsegments im PV-Gesamtmarkt von 15 auf 23 Prozent. In Abgleich mit den qualifizierten Anfragen von Aroundhome, das heißt solchen, die tatsächlich an einen Handwerker als Auftrag vermittelt wurden, zeigt dies: Die Hälfte aller an Eigenheimbesitzer vermittelten PV-Anlagen werden über Aroundhome vermittelt. 

CPO Mathias Klement kommentiert: „Wir arbeiten seit Jahren in diesem Bereich und haben unsere Expertise über die Jahre stark entwickelt. Diese Zahlen zu sehen macht uns stolz und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

1 Solarboom auf privaten Dächern, Bundesverband  Solarwirtschaft

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